30. Sonntag im Jahreskreis 25.10.2020 Lesejahr A

30. Sonntag im Jahreskreis 25.10.2020 Lesejahr A

„Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Mt 22,37ff

„Ich liebe dich, o mein göttlicher Erlöser, weil du für mich gekreuzigt worden bist; ich liebe dich, o mein Gott, weil du mich hinieden kreuzigst für dich …

Einen Gott-Menschen lieben, der für uns gekreuzigt worden ist: Liebe der Dankbarkeit! Einen Gott lieben, der uns kreuzigt: großmütige Liebe! Einen Gott lieben, der um unseres Heiles willen Mensch geworden und für uns gekreuzigt worden ist: eigennützige Liebe!“ °Pfr. von Ars

29.Sonntag im Jahreskreis 18.10.2020 Lesejahr A

 

„Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Mt 22,20f

„Ein Teil der Menschheit, und vielleicht der größere, lebt ganz für die Welt... Es macht ihnen nichts aus, sonntags ihre Steuern zu zahlen, weil sie wochentags ein Stückchen weiter gehen und sich mehr Zeit dafür nehmen müssen.“ °Pfr. von Ars

Jesus antwortet den Pharisäern auf die Frage nach der Steuerpflicht wesentlich mehr, als diese von Ihm hören wollten. Er führt sie weg von der vordergründigen Absicht, Ihn in politische Fragen zu verwickeln, und weiter in die allein wesentliche Frage des Verhaltens der Menschen Gott gegenüber. Von Gott her sieht Jesus auf  die Menschen und führt sie so in die Ordnung Gottes zurück. Wer Gott gibt, was Gott gehört, wird auch dem Kaiser das geben, was ihm zusteht. Die weltliche Macht ist dem Herrschaftsbereich Gottes eingeordnet.

28. Sonntag im Jahreskreis 11.10.2020 Lesejahr C

 

„Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm.“ Mt 22,12

„Man liebt eine Sache im Verhältnis zum Preis, den sie uns gekostet hat. Beurteilt von daher die Liebe, die unser Herr für unsere Seele hat, die ihn sein ganzes Blut gekostet hat. Er hungert nach Kommunikation und Beziehung mit ihr. Er hat Sehnsucht, sie zu sehen, sie zu hören.“

27. Sonntag im Jahreskreis 4.10.2020 Lesejahr A

„Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, dass die Früchte des Reiches Gottes bringt.“ Mt 21,43

„Die Beredsamkeit des Pfarrers von Ars lag gewiss nicht in seinen Worten. Obgleich ich nur in geringer Entfernung von ihm stand, so konnte ich ihn doch kaum verstehen; denn außer dass seine Stimme kraftlos war, hatte auch der gänzliche Verlust der Zähne seinem Vortrage alle Schönheit genommen. Und dennoch lag eine große Beredsamkeit in seinen Gesichtszügen, seinen Bewegungen, insbesondere aber in dem Zeugnisse seines frommen Wandels …

Wahrlich, dort hätte ein Maler das Modell zur Abbildung der Bergpredigt suchen können…“ °Zeugnis eines Pilgers vom 12.09.1857

26.Sonntag im Jahreskreis 27.09.2020 Lesejahr A

„Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“ Mt 21,31

„Wie fürchte ich den Tod! Ah! Was bin ich für ein großer Sünder.“  °Pfr. von Ars

Die harten Worte Jesu an die Hohepriester und Ältesten des Volkes galten nicht nur damals. Sie wollen auch uns einen Spiegel vorhalten.

Die Einladung zu Glauben und Umkehr ist keine einmalige Angelegenheit, sondern gilt immer, täglich, in jedem Augenblick. Bei der Neigung zu geistlicher Trägheit besteht ständig die Gefahr, es sich auf dem religiösen Weg so einzurichten, dass er letztlich unseren eigenen Vorstellungen dient, und zwar ohne es zu bemerken.

25. Sonntag im Jahreskreis 20.09.2020 Lesejahr A

„Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin? So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.“ Mt 20, 15f

„Wenn der liebe Gott nicht so gut wäre, aber er ist so gut …!“ °Pfr. von Ars

24.Sonntag im Jahreskreis 13.09.2020 Lesejahr A

Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer  Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.“ Mt 18, 33ff

„Vergib uns, o mein Gott! wie auch wir vergeben. – Der liebe Gott wird nur denen vergeben, welche selbst vergeben;“ °Pfr von Ars

23.Sonntag im Jahreskreis 6.09.2020 Lesejahr A

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. “ Mt 18,15

„O nein, es ist besser, nichts zu sagen. Einmal hatte ich viel Ärger, viele Widerwärtigkeiten, ich wollte es jemandem Klugen mitteilen, aber gleich nachher habe ich mein Herz so trocken vor dem lieben Gott gefühlt.“°  Pfr. von Ars

Die Einheit in Christus, in  der wir miteinander leben sollen und wollen, gelingt leider nicht immer. Diese schmerzliche Erfahrung machen wir sehr oft, wenn nicht sogar täglich. Sünde trennt uns eben nicht nur von Gott, sondern auch voneinander. Aber wie gehen wir damit um?

22. Sonntag im Jahreskreis 30.08.2020 Lesejahr A

„Darauf sagte Jesus seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“  Mt 16, 24

In der Vorsehung, erzählt Johanna – Maria Chanay, ging ihm einmal etwas sehr gegen den Strich. „Wenn ich nicht den Willen hätte mich zu bekehren,“ sagte er uns, „würde ich mich erzürnen.“  Mit diesen Worten bewahrte er seine volle Ruhe.°  Pfr. von Ars

21. Sonntag im Jahreskreis 23.08.2020 Lesejahr A

Ich aber sage dir: du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ Mt 16,18

„Die Demut flößte dem frommen Manne eine tiefe Ehrfurcht vor jeder Autorität, besonders aber vor der bischöflichen ein. „Der arme fromme Pfarrer, „so sprach der Herr Bischof von Belley  in seiner schönen Leichenrede … er zitterte sehr, als ich ihn zum ersten Male sah, und er mich empfing…. Wie oft ist er über diesen Platz, auf welchem wir jetzt stehen, bei der ersten Nachricht meiner Ankunft gekommen, bekleidet mit den Insignien seines Pfarramtes; stets fiel er auf seine Knie nieder, um meinen Segen zu empfangen, ungeachtet des unter der Volksmenge sich kund gebenden Gemurmels, welche nicht begreifen konnte, weshalb ein Mann so hoher Frömmigkeit sich vor dem einfachen Zeichen der Würde und Autorität beugte.“ °

20. Sonntag im Jahreskreis 16.08.2020 Lesejahr A

„Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort.“ Mt 15,22f

Zehn lange Jahre, „zehn Jahre des Elends“, empfand Katharina Lassagne, später seine glühende Bewunderin, „ihm gegenüber ebenso viel Furcht wie Verehrung. Sie ging sogar so weit, bei Gott um die Entfernung des Priesters anzuhalten, dessen Leitung sie unausstehlich fand.“ Er wollte sie eben vollkommen sehen und ließ deshalb keine Schwäche hingehen.°

19. Sonntag im Jahreskreis 9.08.2020 Lesejahr A

 

„Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort.“ Mt 14,22f

„Man weiß nicht, wie viele Tränen ich auf diesem armseligen Bett geweint habe. Seit dem Alter von elf Jahren suche ich die Einsamkeit; man hat sie mir immer verweigert.“° Pfr. Von Ars

18. Sonntag im Jahreskreis 2.08.2020 Lesejahr A

„In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, zog er sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück.“ Mt 14,13

„Erstaunt es euch nicht … einen so großen Heiligen (Johannes), den Gott selbst so sehr gelobt hat, ohne Trost und verlassen in seiner letzten Stunde sterben zu sehen; nachdem er während seines ganzen Lebens ein lebendiges Bild von Jesus Christus war, musste er das auch noch im Tod sein. So wie der Sohn Gottes im letzten Augenblick von seinem Vater verlassen sein sollte, so musste auch unser Heiliger von seinem eigenen Verwandten verlassen sein.“°  Pfr. von Ars

Was ging wohl im Herzen Jesu nach der Enthauptung Johannes des Täufers vor? Wir können nur ahnen, dass es Ihn tief bewegt hat. In der Einsamkeit wollte Er mit diesem Schmerz beim Vater sein. Er wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis die Menschen auch Ihn ablehnen und töten werden.

Johannes hat als Sein Vorläufer Ihm nicht nur den Weg bereitet, sondern prophetisch Sein Schicksal bis zum Tod vorweg durchlitten.

Vorerst aber folgen sie dem Herrn noch zu Tausenden, um Ihn zu hören. Er verzichtet auf das Alleinsein -  aus Mitleid mit den vielen Menschen, heilt ihre Kranken  und lehrt sie. In der Brotvermehrung will Er sie hinführen zum Barmherzigen Vater, der Leben in Fülle schenkt, auch wenn Er weiß, dass das Wesentliche in vielen Herzen nicht ankommt.

17.Sonntag im Jahreskreis 26.07.2020 Lesejahr A

„So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja.“ Mt 13,49ff

„Niemals ist jemand verdammt worden, weil er zu viel Böses getan hat …“°

Pfr. von Ars

Heute fragte auch uns der Herr, ob wir alles verstanden haben, was Er lehrt.  Die Betonung liegt auf „alles“. Sehr schnell waren die Jünger bereit, mit Ja zu antworten. Ebenso schnell sind auch wir oft zu diesem Ja bereit, ohne die volle Konsequenz zu erkennen, weil wir eben nur einen Teilaspekt der Lehre des Herrn wahrnehmen wollen oder können.  

16. Sonntag im Jahreskreis 19.07.2020 Lesejahr A

„„Das sagten die Knechte zu ihm: sollen wir gehen und es (das Unkraut) ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lass beides wachsen bis zur Ernte …Mt 13,28,ff

„Das Herz des Menschen wird auf Erden bis ans Ende eine Mischung von Gut und Böse, von Laster und Tugend, Licht und Finsternis, von gutem Samen und Unkraut bleiben.“ °Pfr. von Ars

Schwierig ist der Umgang mit dem Bösen in unserem Leben und in unserer Umgebung. Gerne würden wir es ausreißen, so wie die Knechte im heutigen Evangelium es wollten.  Doch  da steht ein großes Nein des Herrn dagegen. Aber oft fällt es uns schwer, dieses Nein zu begreifen. Es wäre doch so schön, wenn wir im Frieden und im guten Miteinander leben könnten, dem Herrn zur Ehre, so unsere Vorstellung.

15. Sonntag im Jahreskreis 12.07.2020 Lesejahr A

„An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees…
Das Herz dieses Volkes ist hart geworden.“  Mt 13,1;15

„Der gute Christ ist ein unerschrockener Adler, der in den Lüften schwebt und sich immer der Sonne zu nähern scheint. Dies ist der gute Christ auf den Flügeln des Gebetes.“ °Pfr. von Ars

Der Herr, der am Ufer des Sees sitzt, blickt auf die wartende Menge am Land und auf die Weite des Wassers, ja bis in die Weite der Ewigkeit. So wie er das Haus verlassen hat, möchte Er auch die Menschen aus der Enge ihres Hauses, ihres Herzens herausziehen in die Weite eines Lebens mit Gott. Die Hartherzigkeit der Menschen stellt sich Seinem Heilsplan jedoch massiv entgegen. So versucht Er Seine Botschaft mit Bildern von Sämann und Saat zu verkünden, um leichter die Menschen zu erreichen. Er, der die Herzen der Menschen kennt, weiß wie schwer diese zu erweichen sind. Und doch verkündet Er Seine Botschaft in der Hoffnung auf  Menschen, die das Wort vom Reich hören und verstehen.

14. Sonntag im Jahreskreis 5.07.2020 Lesejahr A

„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“  Mt 11,29f

„Aus uns selbst sind wir nichts.“ ° Pfr. von Ars

Viele Fragezeichen möchten wir an die Worte Jesu anfügen. Wie oft empfinden wir doch sein Joch als sehr schwer, drückend und kaum  zum Aushalten. Und  doch gelten die Worte Jesu immer - in ihrer Wahrheit und in ihrem Ewigkeitsgehalt. Es kann auch nicht sein, dass wir Worte des Herrn, die wir nicht verstehen, einfach übergehen.

13. Sonntag im Jahreskreis 28.06.2020 Lesejahr A

„Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“ Mt 10,38f

„Wer das Kreuz willig umfasst, geht eigentlich keinen Kreuzweg mehr. Er begegnet ihm vielleicht, aber er freut sich, ihm zu begegnen: er liebt es, er trägt es tapfer. Es vereinigt ihn mit unserem Herrn. Es reinigt ihn. Es löst ihn los von dieser Welt. Es nimmt die Hindernisse aus seinem Herzen, es hilft ihm, durch dieses Leben zu gehen, wie eine Brücke hilft, das Wasser zu überqueren.“ °Pfr. von Ars

12. Sonntag im Jahreskreis 21.06.2020 Lesejahr A

„Fürchtet euch nicht von denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher von dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!“ Mt 10, 28

„Wenn ein Verdammter ein einziges Mal sagen könnte: „Mein Gott, ich liebe dich“, gäbe es für ihn keine Hölle mehr. Aber, ach! Diese arme Seele hat die Fähigkeit zu lieben verloren, die sie empfangen hatte und die sie aber nicht einzusetzen wusste. Ihr Herz ist ausgetrocknet wie eine ausgepresste Traube. Kein Glück mehr in dieser Seele, kein Frieden mehr, weil sie keine Liebe hat.“ °Pfr. Von Ars

Hölle, offensichtlich das Unwort in der Verkündigung der letzten Jahre. Wer wagt schon darüber zu sprechen? Aber Jesus selbst hat darüber gesprochen, wenn auch nicht so oft wie über den Himmel, und sehr häufig auch der Pfarrer von Ars.

11. Sonntag im Jahreskreis 14.06.2020 Lesejahr A

„Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!

Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.“ Mt 9,37ff

„Wenn wir das Sakrament der Priesterweihe nicht hätten, hätten wir unseren Herrn nicht. Wer hat in hierher versetzt, in den Tabernakel? Der Priester. Wer hat unsere Seele bei ihrem Eintritt ins Leben empfangen? Der Priester. Wer ernährt sie, um ihr die Kraft auf ihrer Pilgerreise zu geben? Der Priester. Wer wird sie vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er diese Seele ein letztes Mal im Blut Jesu Christi wäscht? Der Priester, immer der Priester.“° Pfr. von Ars

Dreifaltigkeitssonntag 7.06.2020 Lesejahr A

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Joh 3,16

„Ich sage das, was unser Herr gesagt hat, als er in die Welt eintrat: Wohlan, mache, o Herr, was du willst, ich biete mich dir zum Opfer an.“ Pfr. von Ars°

Hingabe! Der Vater gibt sich selbst in Seinem Sohn für die Welt, für jeden einzelnen, hin, um den Menschen neu die Möglichkeit zu geben, durch den Glauben Anteil am ewigen Leben zu erhalten.

Der Pfarrer von Ars antwortet darauf mit totaler Hingabe seiner selbst, seines ganzen Lebens als Opfer.

Pfingsten 31.05.2020 Lesejahr A

„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“ Joh 20,19

„Wenn man vor sich selbst ausgelöscht und in den eigenen Augen klein ist, gefällt es dem Heiligen Geist, diese Leere mit sich selbst zu erfüllen durch eine Fülle von Erleuchtungen und Gnaden.“°

Ratlosigkeit, Angst, Furcht und Verschlossenheit führten die Jünger am Abend des ersten Tages  der Woche zusammen. Zwar hatten Petrus und der Jünger, den Jesus liebte, bereits das leere Grab gesehen und Johannes war zum Glauben gekommen. Aber die Schrift hatten sie noch nicht verstanden (Joh 20,9). Drei Jahre ihres Lebens hatten sie in ihren Traum einer Zukunft mit dem Herrn investiert, die nun zerbrochen zu sein schien.

Haben wir in unserem Leben nicht auch schon erfahren, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll?

7. Sonntag der Osterzeit 24.05.2020 Lesejahr A

„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: Vater…“ Joh 17, 1

„Indessen hatte sich der Pfarrer von Ars auf den Stufen des Altares hingekniet, hatte seine Seele in schnellem Aufschwung emporgerissen zu Gott, hat ihm alle Mühen des langen Tages aufgeopfert, dessen Morgengrauen noch fern war.“ °

Der Blick Jesu nach oben zum Vater ist wesentlich für Sein ganzes Wirken und Leben auf Erden für uns. Er kam vom Himmel herab zu unserem Heil, um uns hinaufzuziehen zum Vater. Aus dem Willen und der Kraft des Vaters hat er Sein Leben bis zum Tod am Kreuz durchlitten. Da er ganz Mensch war, in aller irdischen Schwachheit, war die Erlösung nur in der völligen Einheit mit dem Vater möglich.

Der Pfarrer von Ars, Märtyrer des Beichtstuhls, wäre aus menschlicher Sicht zu einem derart heroischen Leben der Hingabe nicht fähig gewesen. Seine ganze Kraft hat er wie Jesus im Blick nach oben, hinauf zum Vater, erhalten. So hat er seinen langen Tag schon in der Nacht begonnen.

Christi Himmelfahrt 21.05.2020 Lesejahr A

„Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;“ Mt 28,17ff

„Der Heilige Geist zerstreut die Nebel, die der Teufel vor uns auftürmt, damit wir den Weg zum Himmel verlieren sollen.“° Pfr. von Ars

Ist es uns überhaupt schon einmal aufgefallen, dass der Herr sogar Menschen, die seiner Person gegenüber im Zweifel sind, in die ganze Welt hinaussendet, um alle Völker zu seinen Jüngern zu machen? Sie sind also nicht von ihrem Auftraggeber überzeugt, sind in Unsicherheit  und bekommen doch eine weltumspannende Berufung.

Kein Chef eines großen Unternehmens würde so handeln. Loyalität mit der Führungskraft ist eigentlich unerlässlich. Wie kann unter solchen Voraussetzungen der Auftrag Jesu eigentlich gelingen?

6. Sonntag der Osterzeit 17.05.2020 Lesejahr A

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“ Joh14,15f

„Wenn wir verstünden, was das heißt, ein Kind Gottes zu sein, könnten wir nicht mehr sündigen und würden auf dieser Erde wie die Engel sein.“° Pfr. von Ars

Papst Benedikt XVI. hat wiederholt geäußert, dass christlicher Glaube nicht zunächst eine Lehre oder eine Moral ist, sondern eine Beziehung zu Jesus Christus. Leider haben wir viel zu oft zunächst nur die Gebote gesehen, die wir so schlecht erfüllen können und aus eigener Kraft schon gar nicht, was zur Entmutigung und oftmals auch zur Abkehr vom Glauben überhaupt führt.

Der Herr aber zeigt uns einen ganz anderen Weg. Am Anfang steht der Vater, der die Liebe selber ist, die in Jesus Christus Fleisch angenommen hat, Mensch geworden ist und uns den Heiligen Geist als Beistand schenkt.  

5. Sonntag der Osterzeit 10.05.2020 Lesejahr A

„Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?“ Joh 14,9f

„Wenn Gott uns kommen sieht, neigt er sich tief zu seinem kleinen Geschöpf herab, wie ein Vater, der sich zu seinem kleinen Kind hinunterbeugt, damit er hört, was dieses ihm sagt.“° Pfr. von Ars

Nichts ist für uns wohl schwieriger als mit und in und durch die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu leben. Trennen wir nicht oft den Vater, dem wir Züge der Gerechtigkeit, der Strenge zuschreiben, und den Sohn, dessen geöffnetes Herz wir voller Dankbarkeit verehren, da wir uns darin geborgen fühlen?

4. Sonntag der Osterzeit 3.05.2020 Lesejahr A

„Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;“ Joh 10,9

„Wenn wir der sakramentalen Kommunion beraubt sind, setzen wir an ihre Stelle so viel wie möglich die geistige Kommunion, die wir in jedem Augenblick machen können; denn wir sollen immer in einem brennenden Wunsch sein, den Guten Gott zu empfangen. Die Kommunion ist für die Seele wie ein Blasebalg für das Feuer, das zu erlöschen beginnt, aber wo es noch viel Glut gibt; man bläst und das Feuer entzündet sich wieder. Wenn wir nach dem Empfang der Sakramente spüren, dass die Gottesliebe abnimmt, schnell eine geistige Kommunion! Wenn wir nicht in die Kirche kommen können, wenden wir uns zum Tabernakel hin. Der Gute Gott hat keine Mauer, die ihn aufhält. Beten wir fünf Vaterunser und fünf Ave Maria… Wir können den Guten Gott nicht nur einmal am Tag empfangen; eine in Liebe brennende Seele ergänzend in  der Sehnsucht, ihn in jedem Augenblick zu empfangen,  °Pfr. von Ars

3. Sonntag der Osterzeit 26.04.2020 Lesejahr A

„Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ Joh 21, 4

„Man weiß, dass Gott da ist.“° Pfr. von Ars

Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi und doch hat dieses größte Ereignis der Menschheitsgeschichte niemand gesehen, auch nicht die Apostel und die Frauen als erste Zeugen dieses Geschehens. In all den Berichten der Evangelisten über die Auferstehung sehen wir, wie Menschen sich an diese bisher nicht vorstellbare Erfahrung herantasten, nicht glauben können, zweifeln oder aber diese Tatsache von Anfang an völlig leugnen, da sie nicht in die eigenen Erfahrungen hineinpasst.

Warum hat es der Herr nicht leichter gemacht, seine Auferstehung zu sehen  und anzuerkennen?

2. Sonntag der Osterzeit, Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit 19.04.2020 Lesejahr A

„Nachdem er das gesagt hat, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Joh 20, 22f

„Durch die Sünde verjagen wir den lieben Gott aus unseren Seelen, fordern seine Gerechtigkeit heraus, betrüben sein väterliches Herz, rauben ihm Anbetung und Huldigung, die nur ihm allein gebühren … °Pfarrer von Ars

Der Barmherzigkeitssonntag, eingeführt als liturgisches Fest  erst durch Papst Johannes Paul II. am 30.04. 2000 bei der Heiligsprechung von Sr. Faustyna Kowalska, wird bis heute nicht in allen Pfarreien gefeiert. Warum wohl? Das Angebot der großen Barmherzigkeit Gottes kann uns doch eigentlich nicht unwichtig sein.

Ostersonntag 12.04.2020 Lesejahr A

„Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte… Jesus sagte zu ihr: Frau warum weinst du? Wen suchst du?“ Joh 20,17.15.

„Inmitten seiner Seelenleiden sagte er, dass man mehr Liebe zeigt, wenn man Gott trotz Trostlosigkeit des Herzens und der Seele dient, als wenn man ihm in der Fülle geistiger Tröstungen dient.“ °

Ostern feiern in der Zeit der Corona-Krise ohne die Möglichkeit an öffentlichen Gottesdiensten teilzunehmen, löst zunächst menschlich keine Freude aus, sondern tiefen Schmerz. Eigentlich unvorstellbar, dass weltweit sich nirgends Priester mit ihren Gläubigen versammeln können, um Halleluja zu singen!

Niemand war bei der Auferstehung dabei. Es  gibt für dieses größte Ereignis der Welt keine Augenzeugen. Die Kunde von der Auferstehung erreichte die Welt durch Menschen, die dem auferstandenen Herrn begegnet waren.

Vielleicht lesen wir das heutige Evangelium neu, umso so manches Wichtige nicht zu übersehen.

Palmsonntag 5.04.2020 Lesejahr A

„Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und reitet auf einer Eselin und  auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers… Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf.“ Mt 21,5;7

„In der Tat, welch eine Aufgabe, unter so vielen und großen Beweisen der tiefsten Verehrung demütig zu bleiben! Wir spielten darauf einst in der Unterredung mit ihm an. Er verstand uns sofort, hob die Augen gen Himmel und sagte mit dem Ausdruck der tiefsten Trauer und fast vor Entmutigung: „O, mein Freund! Wenn ich nur nicht zur Verzweiflung versucht würde!“… Seine Demut umgab ihn mit einer schützenden Wolke, in der er sein eigenes Nichts recht tief erkannte, und durchdrungen vom Gefühle seiner menschlichen Erbärmlichkeit siegte er leicht über alles das durch Selbstverachtung.“° 

5. Fastensonntag 29.03.2020 Lesejahr A

„Als Jesus sah, wie sie (Maria) weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus.“ Joh11,35f

„Er vergoss Tränen, als beweinte er seine eigenen Sünden.“ °

Jesus weint, der menschgewordene Sohn Gottes weint… mit innerster Erregtheit und Erschütterung….

Er weiß doch, was er tun wird, dass Er Lazarus von den Toten auferwecken wird, um die Menschen zum Glauben an Seine Auferstehung hinzuführen. Und doch weint Jesus…

Der Vater hört Sein Gebet und Jesus weiß, dass Er immer erhört wird. Aber Tote zum Leben zu erwecken, ist offensichtlich leichter als Menschen zum Glauben zu führen. Die Natur muss dem Herrn gehorchen. Der Glaube aber setzt den freien Willen des Menschen voraus, den der Herr niemals antastet. Dem Unglauben also befiehlt er nicht zu weichen

4. Fastensonntag (Laetare) 22.03.2020 Lesejahr A

„Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.“ Joh 9,39ff

„Du sagtest in deinem letzten Briefe, nachdem der Pfarrer von Ars wie sein göttlicher Heiland das Lob der Menschen geflohen sei, werde er auch wohl, wie dieser, zurückkehren, um sein Opfer zu vollenden… Mir schien, dieser opferwillige Mann könne seine Tage, dem apostolischen Martyrium gewidmet, unmöglich in Ruhe und Zurückgezogenheit beschließen. Trotz meiner Ehrfurcht vor seiner Heiligkeit, konnte ich doch nur denken, hier sei er im Irrtum, und verkenne den Willen des Himmels. Es ist ihm dieser offenbart worden, und nun ist er wieder in unserer Mitte, unsern Gebeten und Gelübden wiedergegeben.“ °

3. Fastensonntag 15.03.2020 Lesejahr A

„Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Joh 4,23f 

„Da, wo die Heiligen vorübergehen, geht Gott mit ihnen vorüber.“° Pfr. von Ars

In der Anbetung des Vaters hat Jesus Christus  den Sieg über Satan bei der Versuchung in der Wüste errungen, wie wir  am 1. Fastensonntag gehört haben.

In diese Anbetung wurden Petrus, Jakobus und Johannes in der Offenbarung Jesu als Sohn Gottes bei der Verklärung mit hineingeführt, wie wir es am 2.Fastensonntag gehört haben.

Nun geht der Herr ganz an den Rand, um eine Frau am Jakobsbrunnen, eine stadtbekannte Sünderin in Samarien, über die wahre Anbetung des Vaters zu belehren und sie innerlich so zu berühren, dass sie zum Glauben an Ihn kommt und durch sie viele Samariter ebenfalls.

2. Fastensonntag 8.03.2020 Lesejahr A

„In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.“ Mt 17,1

„Anfang Februar 1818 vernahm Johannes Maria Vianney, Vikar in Ecully, dass Kapelle und Dorf Ars seiner Fürsorge anvertraut seien. Nicht einen Augenblick kümmerte er sich um das Gerede, ob Courbon in die Pfarreien des Gebietes, „das für den Lyoner Klerus eine Art Sibirien geworden war, tatsächlich nur minder zuverlässige Leute sandte“. Treuherzig sucht er den Generalvikar auf, der ihm seine Ernennung mit den Worten überreichte: „Es ist nicht viel Gottesliebe in dieser Pfarrei vorhanden; die werden Sie hineintragen.“ °

Beiseite-genommen-werden muss nicht unbedingt eine positive Erfahrung sein. Petrus, der jetzt beiseite gezogen wird, hat kurz vorher Jesus zur Seite genommen und begonnen, ihn zurecht zuweisen, weil der Herr seinen Jüngern erklärt hatte,  dass er nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohepriestern vieles erleiden und getötet werden müsse, am dritten Tag aber auferweckt wird. Jesus hat Petrus heftig zurückgewiesen: Tritt hinter mich, du Satan! (Mt 16, 21ff).

Nun aber darf Petrus die Offenbarung des Vaters erfahren, dass Jesus der geliebte Sohn Gottes ist.

Der Herr sucht Zeugen Seines Erlösungswerkes, was auch für Ihn bei der menschlichen Begrenztheit schwierig ist.  Scharfe Zurechtweisung und Offenbarung göttlichen Lichtes helfen den Aposteln später Tod und Auferstehung in rechter Weise erfahren und deuten zu können. So werden sie Zeugen für die Welt von dem wichtigsten Ereignis der Weltgeschichte.

Jesus hat nicht nur damals einzelne Menschen als Seine Zeugen vorbereitet, sondern tut dies durch alle Zeiten.

Auch der Pfarrer von Ars wurde ins Abseits gestellt, weil man ihn für unfähig hielt.

Wir sind geneigt, auf den großen Erfolg des hl. Jean Marie Vianney  zu schauen und übersehen dabei leicht die äußeren und inneren Nöte.

Noch ein paar Tage vor dem Tod  am 4. August 1859 hat er bei unerträglicher Hitze 16 bis 17 Stunden im Beichtstuhl verbracht, ohne zwischendurch wie die Gläubigen nach draußen zu gehen. Als er mehrfach beim Treppabgehen in seinem Haus in Ohnmacht gefallen war, entschlüpfte ihm das Wort:  „Ah! Die Sünder töten den Sünder!“°²

Der Saint Curé  war also nicht nur räumlich ins Abseits gestellt, sondern vielmehr innerlich durch die Sünden der Menschen, die ihn erdrückten. Noch mehr fühlte er  sich jedoch durch die Erkenntnis der eigenen Sünden im Abseits, was für uns gar nicht vorstellbar ist. Eine solche Erkenntnis ist nur in einer ganz engen Verbindung mit Gott möglich.

Der Saint Curé helfe uns,  wenn wir uns irgendwann – und das geschieht doch immer wieder – ins Abseits gestellt fühlen. Er wird uns dann den weiteren  Weg zeigen, den Weg zum Herrn.
5.02.2020 ih

 

°Aus: Francis Trochu, Der Pfarrer von Ars, 2001, S.93f

Joseph Vianey, Le Bienheureux Curé d‘Ars, 1923, S.185

1. Fastensonntag 1.03.2020 Lesejahr A

„Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ Mt 4,10

„Die Versuchungen, die am meisten zu fürchten sind, die mehr Seelen verderben, als man glaubt, das sind diese kleinen Gedanken der Eigenliebe, diese Gedanken der Selbstzufriedenheit, diese Beifallskundgebungen über alles, was man tut, über das, was über uns gesagt wurde.“ °Pfr. von Ars

Solch gewaltige Versuchungen, wie der Pfarrer von Ars sie durch den Grappin(Teufel)  in jeder Nacht erlitten hatte, haben wir nicht und wären ihnen auch nicht gewachsen. Und doch sieht Jean-Marie Vianney die kleinen Versuchungen, die wir wahrscheinlich oft gar nicht als solche erkennen, als die gefährlicheren an.

Was ist denn eigentlich daran so verwerflich, sich über einen Erfolg, über ein Lob zu freuen? Wir alle brauchen doch von Zeit zu Zeit eine positive Rückmeldung, um für unseren weiteren Weg gestärkt zu werden.

7. Sonntag im Jahreskreis 23.02.2020 Lesejahr A

„Ich aber sage euch: liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Mt 5,44f

„Zu dem Gegensatz mit seinen Amtsbrüdern trat der Hass und die Missgunst derjenigen, für deren Laster die Tugenden des Pfarrers ein beständiger und demütiger Vorwurf waren;… Briefe ohne Unterschrift, strotzend von Vorwürfen, schamlose Anschläge wurden an die Mauern des Pfarrhauses geheftet; alle Waffen des Hasses und der Gemeinheit wurden gegen ihn aufgeboten.

Und doch blieb dieser Mann… ruhig und ungebeugt unter dem Sturm der Schläge, dass es den Anschein hatte, als berührten sie ihn nicht. Die Gnade hatte vollständig jenes Herz in Besitz genommen: und der innerliche Schmerz ward von der unveränderlichen Heiligkeit seines Antlitzes verdeckt, die Stunden der Niedergeschlagenheit wurden besiegt durch sein heldenmütiges Gottvertrauen.“ °

6. Sonntag im Jahreskreis 16.02.2020 Lesejahr A

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen… Eure Rede sei: Ja, ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.“ Mt 5,17;37

„Meine Brüder, keine Tugend lässt uns besser erkennen, ob wir Kinder Gottes sind, als die Liebe… Er sagt uns, dass das ganze Gebot und die Propheten eingeschlossen sind in das Gebot, unseren Nächsten zu lieben… Wenn wir dieses Gebot erfüllen, erfüllen wir auch alle anderen. Die anderen Gebote, sagt der hl. Paulus, verbieten uns Ehebruch, Diebstahl, Fluchen und Verleumdungen. Lieben wir unseren Nächsten, so tun wir nichts von alledem, weil die Liebe, die wir für unseren Nächsten haben, nicht duldet, dass wir ihm Böses tun.“ °Pfr. von Ars

5. Sonntag im Jahreskreis 9.02.2020 Lesejahr A

„Ihr seid das Salz der Erde.“ Mt 5,13

„Aus uns selbst sind wir nichts.“° Pfr. von Ars 

„Jedes Speiseopfer sollst du salzen und deinem Speiseopfer sollst du das Salz des Bundes deines Gottes nicht fehlen lassen; jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen.“ (Lev. 2,13)

Salz als Zeichen des Bundes mit Gott, so hat es Gott bereits im Alten Testament für die Darbringung der Speiseopfer gewollt.

Der Herr gibt uns die Zusage, dass wir das Salz der Erde sind, also nicht, dass wir das sein sollen, sondern dass wir das sind, also Menschen, die andere in den Bund mit Gott führen.

Dies  war nicht nur das Ziel der Propheten, besonders auch des hl. Johannes des Täufers, sondern auch des Pfarrers von Ars.

Sie alle haben in ihrem Leben großen Widerstand, Ablehnung, ja sogar auch den Tod angenommen, um Salz der Erde zu sein.

4. Sonntag im Jahreskreis 2.02.2020 Lesejahr A

„Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich…

Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Mt 5,2f;10

„Wie tröstlich ist es doch, unter den Augen Gottes zu leiden und sich am Abend bei der Gewissenserforschung sagen zu können: „Wohlan, meine Seele, du bist heute zwei oder drei Stunden Jesus Christus ähnlich gewesen. Du bist gegeißelt, mit Dornen gekrönt, gekreuzigt worden – mit ihm!…“ °Pfr. von Ars

In der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel und der Geist Gottes kam auf ihn herab. In der Bergpredigt heißt es sehr feierlich, dass er seinen Mund öffnete. Das Herabströmen des Heiligen Geistes, das in der Taufe begonnen hat, geschieht weiter in der Verkündigung Jesu.

Die Voraussetzungen, um dieses Heil von oben her zu empfangen, sind die Armut vor Gott und die Annahme von Verfolgungen.

3. Sonntag im Jahreskreis 26.01.2020 Lesejahr A

„Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas;... Da sagte er zu ihnen: kommt her, mir nach!. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten  ihm nach.

Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes… Er rief sie und  sogleich verließen sie das Boot und  ihren Vater und folgten Jesus nach.“ Mt 4,18ff

„Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen.“ ° Pfr. von Ars

„Gott sah, dass es gut war.“ So berichtet uns die Schöpfungsgeschichte der Heiligen Schrift. Nach Erschaffung des Menschen wird dies sogar noch gesteigert: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut. °²

2. Sonntag im Jahreskreis 19.01.2020 Lesejahr A

„ Er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: dieser ist der Sohn Gottes.“

Joh 1,33f 

„der Heilige Geist will uns zum Himmel führen: wir haben nur  ja zu sagen und uns führen  zu lassen.“ ° Pfr. von Ars

Taufe des Herrn 12.01.2020 Lesejahr A

Dieser Dienst des Vorläufers ist so erhaben, dass uns die Begriffe fehlen, würdig  darüber zu sprechen. Der ewige Vater wollte, dass der heilige Johann Baptist die Interessen seines Sohnes wahrnahm; ihm allein wollte er die Sorge um sein Anliegen anvertrauen, da er das reinste und würdigste Herz war. Aber was die Größe des hl. Johann Baptist fast bis in Unermessliche vermehrt, war die Ehre seinen Gott zu taufen…“ Welche Ehre für ein Geschöpf, den Schöpfer zu seinen Füßen zu sehen“. „Meine Kinder, sagt uns Tertullian,  um den anbetungswürdigen Leib von Jesus Christus zu berühren, musste der hl. Johann Baptist eine Reinheit vergleichbar der hl. Jungfrau haben, was ihn fast in den gleichen Rang  zu versetzen scheint.“ˆ

Pfr. von Ars

2. Sonntag nach Weihnachten 5.01.2020 Lesejahr A

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ Joh 1,14

„Unser Herr, der die Wahrheit selber ist, legt nicht weniger Wert auf sein Wort als auf seinen Leib. Ich weiß nicht, ob es schlechter ist, während der Messe zerstreut zu sein, als während der Predigten; ich sehe da keinen Unterschied. Während der Messe verliert man die Verdienste des Todes und Leidens unseres Herrn und während der Predigten lässt man das Wort außer  acht, das er selber ist.“ °

Pfr. von Ars

Erscheinung des Herrn 2020, Lesejahr A

„Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm.“ Mt2,11

„Sollen wir nicht wie die Magier bereit sein, lieber alles zu opfern als diesen Schatz zu verlieren? … Durch sie hat uns Gott den Glauben überliefert; denn in ihnen finden wir das vollkommenste Beispiel eines lebendigen, großmütigen und beharrlichen Glaubens. Ein Herz und eine Seele mit den drei Magiern lasst uns zu Jesus Christus gehen und ihn als unseren Gott anbeten, ihn als unseren Retter lieben, ihm als unserem König anhängen. Schenken wir  ihm den Weihrauch eines glühenden Gebetes, die Myrrhe eines Lebens in Buße und Abtötung, das Gold einer reinen Liebe; oder machen wir vielmehr wie die Magier ein allumfassendes Opfer von allem, was wir haben und allem, was wir sind; und Gott wird uns nicht nur diesen kostbaren Schatz des Glaubens bewahren, sondern er wird ihn uns noch lebendiger zurückgeben und hierdurch werden wir Gott gefallen und ein Glück gewinnen, das niemals enden wird. Das ist es, was ich euch wünsche.° Pfr. von Ars