3. Sonntag der Osterzeit 26.04.2020 Lesejahr A

„Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ Joh 21, 4

„Man weiß, dass Gott da ist.“° Pfr. von Ars

Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi und doch hat dieses größte Ereignis der Menschheitsgeschichte niemand gesehen, auch nicht die Apostel und die Frauen als erste Zeugen dieses Geschehens. In all den Berichten der Evangelisten über die Auferstehung sehen wir, wie Menschen sich an diese bisher nicht vorstellbare Erfahrung herantasten, nicht glauben können, zweifeln oder aber diese Tatsache von Anfang an völlig leugnen, da sie nicht in die eigenen Erfahrungen hineinpasst.

Warum hat es der Herr nicht leichter gemacht, seine Auferstehung zu sehen  und anzuerkennen?

Auferstehung ist der Übergang von unserer irdischen Erfahrungswelt in die Transzendenz, in den Bereich des Vaters im Himmelreich. Lazarus wurde auferweckt zu einem diesseitigen Leben, vorerst aber nicht in die endgültige Vollendung beim Vater.

In der Auferstehung Christi erweist sich die Wahrheit seines Wortes, dass Er der Weg ist, der Weg zum Vater. Es geht um eine vollständige innere Umwandlung des gefallenen Menschen zu einer Neuschöpfung gemäß dem Plane des Vaters seit Ewigkeit.

Der Dreifaltige  Gott schenkt uns, und zwar jedem einzelnen Menschen,  neu einen Zugang in  seine Herrlichkeit. Der Herr wartet auf unsere Antwort zu diesem Geschenk.

Nach der Heilung des Gelähmten gibt Petrus machtvoll Zeugnis für die Auferstehung des Herrn. Sofort aber lehrt er die Zuhörer: „Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias“ Apg 3,19f.

Die Zeit nach der Auferstehung ist also eine Zeit großer Freude und Erfahrung der Nähe Gottes und andererseits eine dringende Einladung zu Buße und Umkehr.

 

Der Pfarrer von Ars hat dies gewusst und niemals aufgehört, seine Gemeinde zu Umkehr und Buße einzuladen. Durch seine Gebete bei Tag und Nacht  kam er in allen Bedrängnissen und Anfechtungen zum sicheren Glauben, dass Gott da ist. Er ist da in der Eucharistie, er ist da in allen anderen Sakramenten, er ist da in unserer Arbeit, auch wenn wir ihn irdisch,  menschlich nicht erfahren, nicht sehen können. Ostern ist also Freude und Auftrag gleichzeitig, damit auch wir immer mehr davon überzeugt sind: Gott ist da.
16.04.2020 ih

 

 

°Aus :Joseph Vianey, Le Bienheureux Curè d’Ars, 1923, S.179