4. Sonntag der Osterzeit 3.05.2020 Lesejahr A

„Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;“ Joh 10,9

„Wenn wir der sakramentalen Kommunion beraubt sind, setzen wir an ihre Stelle so viel wie möglich die geistige Kommunion, die wir in jedem Augenblick machen können; denn wir sollen immer in einem brennenden Wunsch sein, den Guten Gott zu empfangen. Die Kommunion ist für die Seele wie ein Blasebalg für das Feuer, das zu erlöschen beginnt, aber wo es noch viel Glut gibt; man bläst und das Feuer entzündet sich wieder. Wenn wir nach dem Empfang der Sakramente spüren, dass die Gottesliebe abnimmt, schnell eine geistige Kommunion! Wenn wir nicht in die Kirche kommen können, wenden wir uns zum Tabernakel hin. Der Gute Gott hat keine Mauer, die ihn aufhält. Beten wir fünf Vaterunser und fünf Ave Maria… Wir können den Guten Gott nicht nur einmal am Tag empfangen; eine in Liebe brennende Seele ergänzend in  der Sehnsucht, ihn in jedem Augenblick zu empfangen,  °Pfr. von Ars

Der auferstandene Herr geht bei verschlossenen Türen immer wieder zu den Jüngern und offenbart sich ihnen. Er hat durch Seinen Tod die Riegel der Unterwelt in Seiner eigenen Person zerbrochen und den Zugang zum Vater der ganzen Menschheit neu eröffnet. So wurde er selbst die Tür zum Leben.

Durch diese Tür zu gehen, heißt mit dem Herrn eins zu werden und durch Ihn im Heiligen Geist mit dem Vater.

In diesen Tagen der Corona –Krise haben die Gläubigen reichlich Gelegenheit, die geistige Kommunion wieder zu entdecken und darin auch einen Schatz zu erkennen, der fast vergessen war. Wer sehr häufig die heilige Kommunion empfängt, gerät auch in Gefahr, das Heilige als etwas Alltägliches anzunehmen. Mit dem Empfang des Leibes Christi muss jedoch immer auch die Sehnsucht nach einer noch größeren Einheit verbunden sein. Die Sehnsucht entfacht das Feuer der Liebe.

Jean Marie Vianney hat sich als Kind und Jugendlicher bei seiner Arbeit auf dem Feld oft nach der heiligen Kommunion gesehnt und so die geistige Kommunion eingeübt.  So erkannte er, dass uns in der geistigen Kommunion ein sicheres Mittel gegeben ist, in der Liebe zum Herrn zu wachsen zu einer immer größeren Einheit.

Wir können Jesus Christus als die Tür zum Vater erfahren. Je mehr wir in der ständigen Einheit mit dem Herrn leben, können wir auch in Ihm Tür für andere werden, damit auch sie zum Vater gelangen können.
20.04.2020 ih

 

Aus: Mgr René Fourrey, Ce que prêchait le Curé d’Ars, 2009,  S. 144, übersetzt ih