Die Geschichte der „Providence“ (Vorsehung)

„Während der Kluge am Ufer blieb, um eine Furt zu suchen, hat der Verrückte den Fluss überquert. (Orientalischer Spruch)

Die Einrichtung der Providence, Schule und Pensionat, dann Schule und Waisenhaus, war eine der größten Leistungen des Pfarrers von Ars und sicherlich die von ihm am meisten geliebte, denn sie galt den besonders verletzlichen Menschen. In ihr konnte er ganz und gar außergewöhnlich Liebe, Vertrauen und Gehorsam bezeugen.

I - Eine Liebe ohne Grenze

Seit seiner Ankunft in Ars war Jean-Marie Vianney erschüttert über die geringe Unterweisung, die die Kinder des Dorfes erhielten.
Ein durchreisender Lehrer unterrichtete etwas Lesen und Schreiben in einem veralteten Raum des Rathauses, aber nur während der Wintermonate. Noch dazu waren viele Kinder auch von dieser bescheidenen Bildung ausgeschlossen, da ihre Eltern es für nützlicher hielten, sie auf dem Bauernhof arbeiten zu lassen. Die Unterweisung der Mädchen wurde besonders vernachlässigt: während fast drei Viertel der Männer von Ars das Pfarrregister am Tag der Hochzeit unterschreiben konnten, war nur ein Drittel der jungen Frauen dazu fähig. Zusätzlich schufen die gemischten Kurse eine Freizügigkeit, die manche besorgniserregend fanden.
Sicher, diese Situation hatte nichts Außergewöhnliches und fand sich in der Mehrzahl der Dörfer Frankreichs. Viele Mitbrüder des Pfarrers von Ars beklagten dies sicher genauso wie er, aber mangels materieller Mittel gaben sie sich damit zufrieden zu hoffen. Der Heilige Pfarrer von Ars aber entschied zu handeln und startete so in ein Abenteuer von mehr als 20 Jahren.

Die Gründung einer Mädchenschule
1822
, vier Jahre nach seiner Ankunft, entschloss er sich eine Schule, die das ganze Jahr über betrieben wurde, zu gründen. Da er daran festhielt, die Mädchen von den Jungen zu trennen, war es tatsächlich nötig, zwei Einrichtungen zu eröffnen. Aber die Kosten eines solchen Projektes waren unerschwinglich und er musste sich auf eine einzige Schule begrenzen. Er wählte sie für Mädchen, die er so bevorzugen wollte, weil sie die am meisten Vernachlässigten waren. Für die Jungen suchte er einen kompetenteren Lehrer und fügte später andere Verbesserungen hinzu.
Bevor er einen Ort für die Mädchen suchte, beschäftigte er sich mit Lehrerinnen. Dafür hätte er eine religiöse Kongregation bitten können, ihm einige Schwestern zu senden. Aber er zog es vor, sie aus den Einwohnern des Dorfes zu gewinnen. Seine Wahl fiel auf zwei junge Mädchen, die am Bauernhof ihrer Eltern arbeiteten: Catherine Lassagne, 17 Jahre und Benoit Lardet, 20 Jahre. Ohne viel zu zögern, nahmen sie die Stellung als Direktorin, die er ihnen vorschlug, an. Beide hatten den Winterunterricht des Dorfes Ars besucht, aber ihr Wissen war dennoch ein wenig begrenzt und sie hatten keine Erfahrung als Lehrerin. So schickte im Januar 1823 der Heilige Pfarrer sie auf seine Kosten für achtzehn Monate als Internatsschülerinnen in eine Schule der Schwestern des heiligen Josef in der Umgebung. So konnten sie ihre Kenntnisse erweitern und Grundbegriffe der Pädagogik im Kontakt mit jüngeren Schülern erwerben.  Ein wenig später wurde die kleine Gruppe durch eine dritte Direktorin verstärkt, Jeanne-Marie Chanay, 26 Jahre, aus Jasson, speziell mit der Verwaltung beauftragt: Küche, Brot backen, Nähen, Wäsche, Gartenarbeit usw.
Es blieb noch ein letztes Problem zu regeln, das der Räumlichkeit. Nun besaß die Familie Givre bei der Kirche ein gut gelegenes Haus, das zum Verkauf angeboten war. Es gelang dem Heiligen Pfarrer, dies im März 1824 zu erwerben, nachdem er die verlangte Summe beieinanderhatte, mit Hilfe einiger Spender. Aber er hatte seine letzten Hilfsmittel eingesetzt und musste den Notar ein wenig warten lassen, bevor er die Kosten des Kaufes vor ihm regeln konnte… Das Haus bestand aus einem einzigen Zimmer im Erdgeschoss mit zwei Zimmern darüber, über dem Ganzen ein Dachboden. Das Zimmer sollte als Klassenzimmer dienen, die zwei Zimmer waren für die Unterkunft der zwei Direktorinnen bestimmt, was den Dachboden betrifft, so wird er nicht lange Zeit unbenutzt bleiben…
So konnte die Mädchenschule, so sehr ersehnt vom Pfarrer von Ars, seine Pforten am 11. November 1824 öffnen, um zwanzig Schülerinnen von acht bis zwanzig Jahren aufzunehmen.

Von der Schule zum Internat
Die Gründung dieser Schule, umsonst und freundlich, entsprach einem wirklichen Bedarf der Bevölkerung. Bis zu dem Punkt, dass die Bewohner der benachbarten Dörfer ebenso ihre Töchter davon profitieren lassen wollten, die Anfragen zur Zulassung kamen unverzüglich. Wenn Catherine Lassagne, beansprucht von allen Seiten, nichts zu antworten wusste, suchte sie Rat beim Pfarrer. Er war unmissverständlich: wenn man vom Guten Gott zu den Kindern reden sollte, war es keine Frage, kein einziges von ihnen zurückzuweisen.
Es tauchte ein anderes Problem auf. Man konnte den kleinen Mädchen nicht zumuten, alle Tage zu Fuß die langen Strecken zurückzulegen bei jedem Wetter und auf schlechten Wegen. Man musste sie also verköstigen und beherbergen, d. h. ein Internat gründen. So sei es denn! antwortete im Wesentlichen der Heilige Pfarrer. Aber welchen Preis sollte man für das Internat dann verlangen? Keinen! Man durfte nicht die Ärmsten daran hindern, Zugang zum Unterricht zu haben. Nichtsdestoweniger musste man, da die Schule nicht die Mittel hatte, alle Ausgaben zu tragen, die Eltern bitten, wenigstens das Bett und die Bettwäsche von ihrem Kind mitzubringen und man informierte sie, dass alle Nahrungsmittel, die sie beibringen könnten, willkommen wären. Der Dachboden wurde notdürftig als Schlafraum eingerichtet und ab dem ersten Jahr wurden dort sechzehn Schülerinnen untergebracht. Dank der Großzügigkeit und der Liebe des Pfarrers von Ars konnte das Internat die Schule 1825 vervollständigen. Doch das Abenteuer der Providence begann erst …

Vom Internat zum Waisenhaus
In dieser für viele sehr schwierigen Zeit war ein Drama besonders unerträglich: zahlreiche Kinder, verlassen und sich selbst ausgeliefert, irrten da und dort herum, aufs Betteln angewiesen, um zu überleben. Der Pfarrer von Ars war immer damit beschäftigt, aber ab 1826 wurde das für ihn eine quälende Vorstellung. Daher beschloss er, im Januar 1827, nach einer Novene zur Heiligen Jungfrau, sich diesen verstoßenen Kindern zu widmen. Vor allem musste das Haus vergrößert werden, das schon überbelegt war. Er kaufte ein Nachbargrundstück und ließ zwei Flügel zum Gebäude hinzufügen. Um die Rechnung auf ein Minimum zu verringern und die Arbeiten zu beschleunigen, beteiligte er sich aktiv an der Baustelle und machte sich zum „Architekt und Maurer“. Der neue Komplex, vollendet im Sommer 1827, wurde „La Providence“ getauft - ein Name, der dann ständig dieser Art von Einrichtung gegeben wurde.
Die ersten Internatsschülerinnen kamen schnell. Die Waisen, wie man sie alle nannte – selbst wenn sie es nicht waren, wurden ab dem Alter von acht Jahren aufgenommen und gingen erst nach der Erstkommunion, mit zwölf oder dreizehn Jahren, wieder weg. Aber manche behielt man bis zum Alter von zwanzig Jahren. „Sie kamen oft halb nackt und ganz mit Ungeziefer bedeckt an“, bezeugte Jeanne-Marie Chanay. Bezüglich der Jungen, die sich vorstellten, bemühte man sich, sie auf den Bauernhöfen unterzubringen. Vom Beginn 1827 an war die Providence gezwungen, wegen Platzmangel, die jungen Mädchen der Nachbardörfer zurückzuweisen. Von da an wurde die Schule nur von Schülern aus Ars und sechzig Waisen besucht, aber nur die Letzteren werden dort beherbergt.
Schule, Internat, Waisenhaus, diese drei Gründungen sind der grenzenlosen Liebe des Heiligen Pfarrers verdankt. Aber wie hat dies bei so schwachen Mitteln bestehen können?

II - Ein aktives Vertrauen

Eine glückliche Schwierigkeit

Die Providence konnte jahrelang gut funktionieren zum großen Teil dank der beispielhaften Hingabe ihrer Direktorinnen. Obwohl sie keine Ordensangehörige waren, führten sie gleichsam ein klösterliches Leben. Sie waren untergebracht, verköstigt und unterhalten, aber erhielten keinen Lohn. Ihre Arbeitsstunden waren unbegrenzt, sie arbeiteten fast den ganzen Tag. Darüber hinaus nahmen sie niemals Urlaub, sie waren zufrieden mit einigen Erholungsstunden am Donnerstag und Sonntag. Solche Arbeitsbedingungen waren zumindest nervenaufreibend. Benoîte Lardet starb übrigens 1830, kaum 26 Jahre alt – sie wurde ersetzt durch Marie und Jeanne Filiat. Catherine Lassagne wurde ernstlich 1837 krank, aber sie konnte ihre Stelle nach einigen Monaten Rekonvaleszenz wieder einnehmen.
Im Verhältnis zu den Direktorinnen war der Heilige Pfarrer „voll Güte und Aufmerksamkeit, aber auch Festigkeit. Er legte uns keine Kissen unter die Ellenbogen!“ fasste es spaßig Jeanne-Marie Chanay zusammen. Um ihnen in ihrem Unterricht zu helfen, kam er alle Tage mittags, um eine Katechismusstunde im Klassenzimmer zu halten. Er benutzte eine kindgerechte Sprache und redete zu ihnen ganz offen, was sie sehr schätzten. Und bald wollten auch die Pilger von seinen Belehrungen profitieren. Anfangs müssen es nur eine Handvoll gewesen sein, aber ihre Zahl wuchs ständig, und nach einigen Jahren war der Zustrom schlecht zu kontrollieren. So war 1845 der Pfarrer von Ars gezwungen, seine Unterrichtsstunde zu verlegen, um sie ab da in der Kirche abzuhalten.
Was die Internatsschülerinnen betraf, „glich nichts der zärtlichen Liebe, die er zu seinen Adoptivkindern hatte.“ Um ihren Unterhalt und ihr Wohlergehen zu sichern „sorgte er für alles“. Das bedeutete für ihn eine extrem schwere finanzielle Last, selbst wenn diese sechzig Waisen, deren er sich annahm, „in einer ganz franziskanischen Armut lebten“.
Die Situation war umso mehr angespannt, als regelmäßig der Heilige Pfarrer ein neues, verlassenes Kind entdeckte. Als eines Tages Catherine Lassagne ihm zu bedenken gab, dass kein einziger Schlafplatz mehr da war, antwortete einfach:
Es gibt noch Ihr Bett“… und das neu Angekommene wurde trotzdem aufgenommen! Zusätzlich, als ob das Tägliche nicht schwierig genug gewesen wäre, erlaubte er sich weitere Großzügigkeiten: „Oft“, wird Jean-Marie Chanay sagen, „kam er zur Providence und holte unsere Vorräte weg, besonders Brot, das er eilends den Armen brachte, indem er es unter seiner Soutane versteckte“!
Die Mahlzeiten waren einfach, hauptsächlich aus Brot, Kartoffeln und Früchten. Aber auch wenn die Mahlzeiten nicht sehr abwechslungsreich waren, so hat es den jungen Mädchen doch niemals wirklich an Nahrung gefehlt. Selbst wenn an gewissen Tagen es sehr wenig davon gab…

Das Unmögliche erhalten
Das Betrieb der Providence war in der Tat ziemlich chaotisch. Auf Zeiten, in denen die Großzügigkeit der Spender eine relative Leichtigkeit erlaubten, folgten sehr viel düstere Tage. Die Direktorinnen konnten dann vom Zweifel erfasst werden.
Manchmal, wenn wir in einer gewissen Notlage für unsere Kinder waren, zeigte ich einige Unruhe“, sagte Jeanne-Marie Chanay. Aber der Heilige Pfarrer erlaubte das nicht: „Er wies mich streng zurecht.“
Er selbst ließ sich nichts anmerken. „Wenn es nichts mehr gab, musste man eine Runde machen, um Geld zu bekommen.“ Wenn das nicht reichte, „verbrachte er eine Nacht in der Kirche und begann, wie er es malerisch nannte, den Kopf an seinen Heiligen zu zerbrechen.“ Und selbst wenn er dabei schwach wurde, „der Gute Gott bestrafte ihn für seine Beunruhigung, indem er ihm die unerwarteten Hilfen schickte!“
    Und wirklich ereigneten sich regelmäßig erstaunliche Tatsachen. Eines Tages, so erzählt Madame des Garets, kam er zu Herrn Mandy, um ihm zu sagen, dass er ihm die 1200 Francs nicht zurückgeben könne, die er ihm schuldete, und bat ihn, sich ein wenig zu gedulden. „Nach zehn Minuten kam er wieder: eine Person hatte sie ihm bei der Kirche zurückgegeben.“ Gewisse Ereignisse waren noch erstaunlicher. Eines Morgens, während Jeanne Marie Chanay das wenige Mehl, das ihr geblieben war, knetete, war der große Backtrog der Providence gefüllt mit Teig… Darüber hinaus war zweimal der Dachboden des Pfarrhauses, der leer gewesen war, vollgefüllt mit Korn; nach einer sorgfältigen eifrigen Prüfung, durch den Bürgermeister persönlich, musste man zugeben, dass niemand in der Zwischenzeit dort hinaufgegangen war … Die Einwohner von Ars sprachen von Wundern. Der Heilige Pfarrer schrieb dies einfach „den Gebeten der Kinder der Providence“ zu, und er wiederholte gerne „Der Gute Gott sorgt gut für seine Armen.“
Um seine Waisen am Leben zu erhalten, zählte der Pfarrer von Ars nicht auf sich selbst, aber „er überließ sich den Händen der (göttlichen) Providence.“
Dennoch „sagte er oft, dass man nicht den Guten Gott versuchen und keine Wunder von ihm erbitten darf:“ Wenn er in allem nur auf den Himmel vertraute, so zwang er sich selbst bis zur äußersten Grenze seiner Möglichkeiten zu handeln und selbst darüber hinaus.

 

III – Ein demütiger Gehorsam

Eine ungewisse Zukunft.   

Die Providence war ein bewundernswertes Werk. Trotzdem konnte es nur mit Lehrerinnen funktionieren, die bereit waren bis zur Erschöpfung zu arbeiten, und dank der Anwesenheit eines großen Heiligen, der allein die Finanzierung zusicherte. Nun 1837 wurde Catherine Lassagne ernstlich krank, während der Heilige Pfarrer begann, Abreisewünsche zu haben. Diese Situation beschäftigte den Bischof, Mgr Devie, und als guter Verwalter schlug er mehrere Reformen vor.  Aber der Heilige Pfarrer wies sie zurück und alles blieb unverändert.
Zehn Jahre später hatten sich die Einstellungen geändert. Zahlreiche Schulen, die durch religiöse Kongregationen eröffnet waren, gab es fortan in der Diözese und die Providence von Ars konnte dem Vergleich mit ihnen schlecht standhalten. Man warf ihr Mangel an Hygiene und eine notdürftige Ausstattung vor: ein einziger Saal für drei Klassen. Die fehlende Unterscheidung zwischen Waisen und auswärtigen Schülern missfiel gewissen Eltern. Die ungenügende Ausbildung der Lehrerinnen wurde kritisiert. Und viele fanden sogar, dass man die jungen Mädchen zu lange im scheinbaren Müßiggang hielt, wenn sie im Arbeitsalter waren. Der Heilige Pfarrer verstand manche dieser Kritiken und widersetzte sich nicht mehr völlig einer Änderung. Aber von überall her, selbst von seiner Umgebung wurde der Druck immer stärker. Und 1847 musste er nachgeben.

Der Wille Gottes
Mgr Devie verlangte, dass die Einrichtung fortan den Schwestern des heiligen Josef von Bourg anvertraut würde. Diese Entscheidung war für den Pfarrer äußerst leidvoll. Als erstes wegen der Bestürzung bei den Direktorinnen, die alles für dieses Werk geopfert hatten. Und dann auch wegen seiner selbst, dieses Haus, zum Teil gebaut mit seinen Händen und wo er seine Mahlzeiten seit mehr als 20 Jahren einnahm, war von unschätzbarem Wert. Er hatte selbst vorgesehen, sich dorthin eines Tages zurückzuziehen und im Einverständnis mit dem Bischof wurde eine Kapelle gebaut, damit er dort die heilige Messe feiern konnte. Doch was ihn darüber hinaus bekümmerte, war, dass die Schwestern allein die Schule übernahmen und das Waisenhaus aufgegeben werden sollte. Dann gestand er „Ich denke, dass Monseigneur den Willen Gottes darin sieht, aber ich sehe ihn nicht.“
Dennoch fasste er sich sehr schnell wieder und nahm alles im Gehorsam ohne Hintergedanken an. Er übertrug umsonst seine Eigentumsurkunde auf die Schwestern, wie man von ihm verlangt hatte, und half aufs Beste, um ihre Einführung vorzubereiten. Natürlich kümmerte er sich um das Los der Direktorinnen: Catherine Lassagne wurde eine Unterkunft im Erdgeschoss des Pfarrhauses zugewiesen und Jeanne Marie Chanay konnte sich mit einer kleinen Rente zurückziehen. Im November 1848 konnten die Schwestern des heiligen Josef die Räumlichkeiten in Besitz nehmen.
In Gedanken an seine Adoptivtöchter sagte der Heilige Pfarrer eines Tages zu einem Freund: „Man hat vieles meiner Providence vorgeworfen. Die Kinder, sagte man, waren schlecht gehalten … und doch hat Gott ihretwegen Wunder vollbracht, es hat dort niemals etwas gefehlt.“ Selbst wenn es wahr ist, dass die Betreuung oder die Unterweisung ein wenig besser hätten sein können, erlaubte die Erziehung, die diese benachteiligten Kinder erhalten hatten, den Zugang zu einem unendlich besseren Leben, als es ihnen bestimmt schien. Ist der ständige Besuch eines Heiligen nicht das Beste für Schulen? Für den Pfarrer von Ars war dieses Erziehungswerk Quelle unzähliger Freuden, unerhörter Widrigkeiten, aber vor allem die Gelegenheit, die Tugenden bis zum höchsten Grad einzuüben und Gott zu gefallen.
     Eine solche Geschichte verdiente in einer außerordentlichen Ehrung zu enden. Für einen Heiligen bedeutet dies weder eine Anerkennung noch eine Ehre… Es war eine Gunst würdig eines Gottesfreundes, die ihm zugeteilt wurde. Er wurde brutal seines großen Werks enteignet und empfing die Gnade, das anzunehmen, demütig und im Gehorsam.

Bernard Paubel, Archivar des Heiligtums von Ars, Sanctuaire d’Ars Les Annales n° 400, Januar bis März 2025

übersetzt ih 30.01.2025