„Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot.“ Mt 28,2ff
„Ja wirklich, meine Kinder, die Sünde allein zieht uns alle Drangsale, alle Geißeln, den Krieg, die Pest, die Hungersnot, das Erdbeben, die Feuersbrunst, den Frost, den Hagel zu, sie zieht uns alles zu, was uns tief betrübt, alles was uns unglücklich macht.“ °Pfr. von Ars
Ostern, Auferstehung, Fest des Lebens! Wie sehr lieben wir dieses Fest in seinem Glanz des Lichts und der Freude!
„Faire ses pâques“ – „sein Ostern halten“ hatte beim Pfarrer von Ars eine tiefe Bedeutung, und zwar die Kirchengebote befolgen und wenigstens einmal im Jahr die heilige Beichte und die heilige Kommunion zu empfangen. Wie sehr hat er immer wieder darum gerungen, dass seine Pfarrangehörigen ihr Ostern hielten. Aber wenn auch Tausende von auswärts zu ihm zur Beichte kamen, so blieben doch einige Pfarrangehörige fern. „Er flehte sie an: „Kommt, kommt zur Beichte, man wird euch keine Buße auferlegen, ich - ich werde sie für euch tun, aber kommt zum Beichten, damit ihr euer Ostern halten könnt.“ °²
Das Leben, das der Herr uns schenkt, ist Befreiung von der Sünde, aus den Fesseln Satans. Aus eigener Kraft vermögen wir das nicht. So hat der Herr uns das Sakrament der Versöhnung geschenkt, das zum Bekenntnis der eigenen Schuld einlädt. Gott will nichts anderes als unser Heil, unser Glück und nicht erst schon in der Ewigkeit, sondern auch hier. Vianney kannte den Zusammenhang von Schuld des Menschen und verheerender Schicksalsschläge und Katastrophen. Mit allen Kräften hat er Menschen nicht nur zur Versöhnung mit Gott geholfen, sondern ihnen auch in jeder irdischen Not beigestanden.
Auch wenn die Auferstehung niemand miterlebt hat, so geschahen doch Zeichen wie das gewaltige Erdbeben, in dem der Herr die Felsen der Hartherzigkeit sprengt, um den Glanz des Himmels durch Seinen Engel der Erde zu schenken. Die Wächter konnten dies nicht aushalten, erbebten und waren wie tot. Aber die Frauen, die den Herrn suchten, hörten die frohe Botschaft: Fürchtet euch nicht! Sie waren gleichzeitig voll Furcht und großer Freude erfüllt und eilten mit der Botschaft der Auferstehung Jesu zu den Jüngern.
Den Herrn suchen, immer wieder neu suchen in einer Umkehr von den eigenen Fehlern und Sünden, ist der Weg zur Auferstehung. Diese Haltung des Herzens trägt zur Heilung der Welt bei. Wir erleben es doch immer mehr, dass Menschen meinen alle Probleme lösen zu können und sinken doch immer weiter hinein in Ungewissheit und Bedrohung.
Der Heilige Pfarrer wusste, dass das Wesentliche die Umkehr des Herzens ist. Er bekam drei Briefe hintereinander mit der Bitte um das Gebet für einen jungen schwerkranken Mann, dessen Gesundheitszustand sich trotz seiner Gebetszusage stets weiter verschlechterte. Gott wollte nicht, dass dieser junge Mann verloren geht, wusste Vianney. Darum hatte Er ihm diese Krankheit geschickt, um ihn in seinem Sündenleben aufzuhalten. Bei einer Genesung würde er kein besseres Leben als vorher führen. Einige Zeit später kam die Bittstellerin nach Ars. Sie konnte berichten: „O … der arme Schelm leidet noch mehr, aber er bittet Gott, ihm noch größere Leiden zu schicken. Er ist geduldig, wie ein Engel. Diejenigen, welche früher gekannt haben, und ihn jetzt sehen, können ihre Verwunderung nicht verbergen.“ °³
Das ist Ostern, das Fest des Lebens, gereinigt von den Sünden dem Herrn entgegeneilen.
3.03.2026 ih
°Aus: Alfred Monnin, Geist des Pfarrers von aus: M. Vianney in seiner Katechese, in seinen Predigten, und in seinem Wandel. Aus dem Französischen Regensburg 1865, Asc. 3283 s, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10265184-2, S.148
°²Prier 15 jours avec le Curé d’Ars par Patrice Chocholski 2017, S. 82, übersetzt ich
°³ Alfred Monnin, Leben des im Jahre 1859 im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Pfarrers von Ars, Joh. Bapt. Maria Vianney, 1863, 2.Bd. S.152f
