1. Adventssonntag 3.12.2023 Lesejahr B

„Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen“ Mk 13,26f

„Von Zeit zu Zeit soll der Empfang von Kommunionen, Novenen und Almosen zu Ehren des Heiligen Geistes erfolgen...Der Montag hat zwei Andachtsübungen: zum Heiligen Geist und für die Seelen im Fegfeuer. Man muss ihn bitten, dass er uns führe in all unseren Tätigkeiten, dass er uns erleuchte. Wenn man vom Heiligen Geist belebt ist, verkostet man Gott, man liebt ihn, die Opfer kosten nichts. Die Seelen, die den Heiligen Geist besitzen, sind mutig, nichts kostet sie Überwindung.“ °Pfr. Von Ars

Erschütterung löst das Evangelium am Beginn des Kirchenjahres aus. Tage der Drangsal sind es, kein Schein mehr von Sonne und Mond, vom Himmel herabfallende Sterne. Diese Worte verängstigen.
Viele schreckliche Nachrichten erreichen uns gerade jetzt, die Angst auslösen. Das Unheil scheint unaufhörlich auf die ganze Welt zu zukommen.
Wie gehen wir damit um? Advent, eine Zeit der Erwartung auf die Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem, aber auch auf die Wiederkunft des Herrn am Ende der Zeiten. Auch eine Zeit zum Aufrütteln aus Trägheit, die sich im Laufe des Jahres eingeschlichen hat.
Wir starren auf die angekündigte Zerstörung der Welt und können die daraus entstehende Angst nicht überwinden.
So sind wir in Gefahr, das wesentliche Ereignis zu übersehen, die Wiederkunft des Menschensohnes in großer Kraft und Herrlichkeit, umgeben von seinen Engeln, um die Auserwählten zusammenzuführen. Die Perspektive ewiger Glückseligkeit beim Herrn tritt zunächst in den Hintergrund durch unsere Angst.
Menschlich können wir Angst auch nicht überwinden. Da helfen auch keine psychologischen Kenntnisse.
Der Herr selbst hilft uns in der Vorbereitung auf diese Endzeit. „Seid wachsam!“ ruft Er uns heute dreimal zu, da jenen Tag und jene Stunde niemand kennt, nicht die Engel im Himmel und nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Auch um Mitternacht ist die Ankunft des Herrn möglich, wenn alle schlafen.
Die Wachsamkeit, zu der uns der Herr einlädt, ist mehr als Schlaflosigkeit. Zu dieser Wachsamkeit sind wir allein unfähig. Wir brauchen unbedingt den Heiligen Geist, der uns führt, Gott schon hier auf der Erde erahnen lässt und uns mutig macht.
Der Pfarrer von Ars wurde nicht müde, selbst immer wieder die Kraft des Heiligen Geistes aufzunehmen und unaufhörlich darüber zu predigen. Er, der Satans Machenschaften jahrzehntelang erleiden musste, wusste auch, dass nur in der Kraft des Heiligen Geistes der Sieg über den Bösen möglich ist. Im Heiligen Geist wurde er so mutig, dass er zuletzt den „Grappin“ gleichsam als einen Kameraden ansehen konnte, der ihm den großen Gnadenfluss in Ars aufzeigte.
Unabhängig davon, ob wir apokalyptische Ereignisse erleben oder nicht, jeder von uns geht dem Tod entgegen, der uns vor das Gericht Gottes führt.
Irdisch, menschlich können tiefe Ängste damit verbunden sein. Das Sterben auch heiliger Menschen war nicht immer leicht, oftmals ein letzter Akt der Sühne und Buße. Aber im Heiligen Geist dürfen wir darauf vertrauen, dass Er unsere Kraft in jeder Drangsal ist, dass Er die Freude der Begegnung mit dem Herrn auch schon in der Bedrängnis aufleuchten lässt. Danken wir dem Pfarrer von Ars, dass er uns seine Wege zu einem Leben im Heiligen Geist mitgeteilt hat: Empfang der hl. Kommunion, Gebete und Almosen zu Ehren des Heiligen Geistes.
Gehen wir in dieser Adventszeit mit dem Pfr. von Ars die von ihm aufgezeigten Wege zur Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn an Weihnachten und am Ende der Zeit.
8.11.2023 ih

° Aus: Mgr. René Fourrey, Ce que prêchat le Curé d‘Ars, 2009, S. 29, übersetzt ih