„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Joh 3,16
„Das Herz der allerseligsten Jungfrau ist die Quelle, aus der er sein Blut genommen hat, das uns erlöste.“ ° Pfr. von Ars
Schon oft haben wir diesen Satz gehört, dass Gott in Seiner Liebe Seinen einzigen Sohn zu unserer Rettung und Erlösung hingab. Aber gerade dieses „das kenne ich schon“ kann eine Blockade zu einem tieferen Verständnis dieser Botschaft sein, die uns dann nicht mehr mitreißt.
Der Pfarrer von Ars hatte seit seiner Kindheit eine innige Beziehung zur Gottesmutter Maria. Wenn er in anderen Pfarreien aushelfen sollte, betete er unterwegs ununterbrochen den Rosenkranz, so auch im Winter 1826/1827 auf dem Weg nach Saint-Trivier-sur-Moignans.
„Den ganzen Weg entlang sah dieser Mann Gottes die Büsche auf jeder Seite brennen; der höllische Geist folgte ihm Schritt für Schritt, um zu versuchen, ihn zu erschrecken und zu zwingen zurückzugehen. Ohne zu erschrecken, setzte der heilige Diener Gottes seinen Weg fort.“ °²
Das Fest Kreuzerhöhung und das Gedächtnis der Schmerzen Mariens gehören untrennbar zusammen. Wenn wir unter dem Kreuz stehen, können wir uns nicht vorstellen, dass der liebende Vater im Himmel so ein Elend und Leid zulassen kann und das um Seiner armseligen Geschöpfe willen. Und eigentlich halten wir diesen Gedanken auch kaum aus, dass wir den Sohn Gottes gemartert und getötet haben. Dieser innere Schmerz ist so groß, dass wir ihn am liebsten verdrängen möchten.
Stellen wir uns wie der Pfarrer von Ars unter das Kreuz neben Maria! Sie leidet jeden Schmerz mit, denn auch ihr Herz wird mit dem Schwert durchbohrt. Aber kein Wort der Klage überliefert uns die Heilige Schrift.
Maria bewahrte alle Worte in ihrem Herzen und so auch die Verkündigung des Erzengels Gabriel: „Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.“ ( Lk 1,32f)
Menschlich ist das nicht zu verstehen und Maria hat es wohl auch nicht verstanden. Aber sie hat an das Wort des Vaters geglaubt, klagte nicht und klagte erst recht niemanden an, auch uns nicht. Maria hat im Kreuz den Thron Davids erkannt.
Sie blieb in der Liebe und im Vertrauen. So wurde ihr Herz wirklich zur Quelle, aus der Er sein Blut genommen hat, das uns erlöste.
Der heilige Pfarrer von Ars führe uns zu einer innigen Beziehung zu Maria, besonders auch im Rosenkranzgebet, sodass wir auch im Leid die Liebe des Vaters erkennen und anbeten können.
31.08.2022 ih
° Aus: Jean-Marie Vianney, hrsg. Bernard Nodet, 1959, S.307
°² Mgr René Fourrey, Le Curé d’Ars et La Vierge Marie, 2009, S.23, übersetzt ih