7. Sonntag der Osterzeit 16.05.2021 Lesejahr B

 

„Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.“ Joh 17,14f

„Mit den Augen der Welt kann man nur dieses irdische Leben sehen, so wie mein Auge nur diese Mauer sieht, wenn die Kirchentüre geschlossen ist. Mit den Augen des Glaubens aber sieht man in die Tiefen der Ewigkeit.“ ° Pfr. von Ars

 

Wir möchten im Grund genommen es nicht wahrhaben, dass rein weltliches Leben, Denken, Planen dem Wirken Gottes in dieser Welt durch Jesus Christus, danach durch seine Apostel, Jünger und heute durch uns mit den Gesetzen dieser Welt im tiefsten unvereinbar ist. Wir suchen den Dialog und die Einheit, was absolut dem Willen Christi entspricht, aber vergessen dabei allzu leicht die Grenzen dieses Bemühens.

Wir wundern uns über Ablehnung, ja Hass, wie der Herr es ausdrückt, wenn wir zur Botschaft des Herrn ohne Abstriche und Kompromisse stehen. Gott möchte diese Welt heiligen, d. h. an Seinem göttlichen Leben der Liebe, Demut, Hingabe teilnehmen lassen. Egozentrisches Leben und Denken sind demgegenüber diametral entgegengesetzt.

Ein erschütterndes Beispiel unserer Tage ist die Möglichkeit, nach Beratung ein Kind im Mutterleib zu töten. Da können in die Beratungsgespräche gut ausgebildete und qualifizierte Psychologen eingebunden sein. Wenn ihre Beratung jedoch das Töten unterstützt, stehen sie im Gegensatz zu Gottes Ja zum Leben. Dieses Nein der Kirche im Namen Jesu Christi zu einer derartigen Praxis löst Ablehnung,  Aggression und Hass aus.

Der Pfarrer von Ars hat Ablehnung in seinem Leben allzu oft sehr schmerzhaft erfahren, sodass er trotz seines tiefen Glaubens an die Grenzen seiner Leidensfähigkeit gestoßen ist.

Er hat erkannt, dass der Glaube der Weg ist, um im Lichte Gottes in dieser Welt zu leben. Ohne den Glauben bleiben wir im rein innerweltlichen Denken befangen.

So wurde er selber ein Hoffnungszeichen für  Menschen, ein Licht für viele in tiefster Not. Er konnte so den Menschen zeigen, dass Gott zu jedem einzelnen Ja sagt, auch wenn er sich von Gott abgewandt hat. Der Herr wartet auf jeden, um ihn in Seine Arme zu schließen. Dazu aber sind Umkehr und Ausrichtung zum Herrn notwendig.

Jeden Tag neu hat sich der Pfarrer von Ars selbst nach Gott ausgestreckt, um immer mehr vereint mit dem Herrn zu leben und so der Gnade einen Weg zum Nächsten durch sein eigenes Glaubenszeugnis zu bahnen. Auf diesen Weg hat er schon zu seiner Zeit viele Menschen mitgenommen, die so anderen auf dem Weg zum Glauben helfen konnten. Heute will er uns auf diesen Weg mitnehmen.
26.04.2021 ih

°Aus: Jean Marie Vianney Pfarrer von Ars, hrsg. Bernard Nodet, 1959, S. 290