3. Sonntag in der Osterzeit 18.03.2021 Lesejahr B

 

„Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden.“ Lk 24, 46f

„Sich von Gott abwenden ist nur der Anfang und gleichsam der erste Teil der Sünde; aber Gott ablehnen und sich an das Geschöpf binden und aus ihm ein Götzenbild machen, das ist die Vollendung der Sünde: Gott, das Sein an sich, wird dann unterhalb des Nichts gestellt.“ Pfr. von Ars°

 

Konzentriert öffnet der Herr seinen Aposteln den Sinn für das Verständnis der Schriften. Zentral sind sein Leiden und seine Auferstehung zur Verkündigung der Umkehr an alle Völker zur Vergebung der Sünden.

Verloren hatte der Mensch die Einheit mit Gott im Paradies, als er seine Wünsche an die Stelle des Wortes Gottes gesetzt hat und die Schöpfung dem Schöpfer vorgezogen hat.

Von Kindheit an im christlichen Glauben aufgewachsen, kommt es uns wie selbstverständlich vor, dass Gott uns immer wieder verzeiht und uns das ewige Heil in der Vollendung schenken will. Wir übersehen dabei allzu leicht, dass der Weg hierzu Christi Leiden, Sterben, Tod und Auferstehung war.

Nicht nur der Mensch im Paradies hat in der Versuchung nicht standgehalten,  als er Gottes Gebot missachtete. Auch wir sind immer wieder dieser Versuchung ausgesetzt und fallen.

Der Pfarrer von Ars kennt genau den Weg des Menschen, der über die Abwendung zur Ablehnung  Gottes führt und das Geschöpf auf den ersten Platz, das Nichts über den einzigen hochheiligen Gottes setzt.

In der Kreuzigung Jesu Christi hat Gott die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt. Im Kreuz liegt Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

Die Weisungen Gottes offenbaren Seine Weisheit und zeigen uns den Weg zur Umkehr, zum Herrn zurück. So entspricht es der Weisheit Gottes nicht, allein durch menschliches Denken, den Willen Gottes zu erkennen und eventuell heutige Ideologien an die Stelle der Gebote Gottes setzen zu wollen.

Ostern schenkt immer wieder neu das Geheimnis des Sieges Jesu Christi über Teufel, Tod und Sünde. Wenn Ostern auch in unserem Leben geschehen soll, ist Umkehr jeden Tag neu zum Herrn im Hören auf sein Wort und in der Annahme der eigenen Leiden notwendig, nicht aus eigener Kraft, sondern in der Gnade, in enger Bindung an Ihn.

Ständige Abwendung und Ablehnung Gottes führt zur geistlichen Blindheit, die die Umkehr sehr erschwert. Aber Gottes Gnade und Barmherzigkeit sind immer noch unendlich viel größer als alle Sünden der ganzen Menschheit.

Lassen wir uns neu von der Barmherzigkeit Gottes beschenken und den Weg der Demut, Hingabe, Liebe in der Kraft des Heiligen Geistes gehen, sodass Gott allein immer in unserem Leben den ersten Platz einnehmen kann.
7.04.2021 ih

°Aus: Monseigneur Convert, ma retraite avec le saint curé d’ars,, 1932, Nachdruck 1998, S.37, übersetzt ih