3. Sonntag Jahreskreis 26.01.2025 Lesejahr C

„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe… und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. “ Lk 4, 18

„Die Sakramente, die unser Herr eingesetzt, hat würden uns nicht ohne den Heiligen Geist retten. Sogar der Tod unseres Herrn würde zu unserer Rettung nicht genügen, wenn der Heilige Geist nicht zu unserer Heiligung gekommen wäre und in uns diesen Strom der Gnade fruchtbar machen würde. Das ist so, als würde man einen Schatz verschenken, es müsste jemand da sein, der ihn verteilt.“° Pfr. von Ars

Mit welch tröstlicher Botschaft beginnt das Evangelium des Lukas, das wir heute hören! Sie gilt allen Armen. Denken wir nicht zuerst an materielle Armut, sondern an die Armut im Geiste, die Fesselung in Sünden, in Süchten, in Abhängigkeiten, in Fehlern und Unzulänglichkeiten. Der Herr will unsere Blindheit heilen durch Sein Licht der Gnade.
Voller Freude können wir bei diesen Worten auf den Herrn schauen und vergessen aber dabei so oft den Heiligen Geist. Christus konnte Sein Werk der Erlösung nur in der Kraft des Heiligen Geistes vollbringen. Als Mensch hat Er unsere Schwachheit geteilt und wäre dazu nicht fähig gewesen. Im Heiligen Geist konnte Er den Weg durch alle Anfeindungen, durch Leid und Kreuz gehen.
Haben wir nicht schon so oft am Beginn eines neuen Jahres Vorsätze gefasst, um nach kürzester Zeit festzustellen, dass wir sie nicht erfüllen können? Wir vertrauen auf uns und das gelingt in der Regel nicht.
Es genügt auch nicht der Gedanke an unsere Firmung, bei der wir den Heiligen Geist empfangen haben. Der Heilige Geist selbst muss immer neu in uns zur Wirkung, zur Entfaltung kommen.
Der Pfarrer von Ars hat unermüdlich über den Heiligen Geist gepredigt und selbst ständig um diesen Geist gebetet. Er wusste, dass der Heilige Geist die Kraft ist, die die Märtyrer gestützt hat. Ohne den Heiligen Geist würden sie abgefallen sein wie die Blätter von den Bäumen°².
Hören wir also auf, unserem guten Willen zu vertrauen, unseren guten Absichten, um dann erneut wieder über uns selbst enttäuscht zu sein. Als erste Gabe können wir in der Kraft des Heiligen Geistes unsere Armut erkennen. Ohne Ihn vermögen wir nichts, ohne Ihn ist unser Blick trüb für Gottes Wirken in Welt und Kirche. Lassen wir uns täglich neu im Gebet vom Heiligen Geist salben, damit Er auch auf uns ruhen kann und unser Leben vor Gottes Angesicht geistliche Frucht bringt. Der Pfarrer von Ars, der eine so tiefe Beziehung zum Heiligen Geist hatte, wird unser Gebet kraftvoll unterstützen.
30.12.2024 ih

Aus: Mgr René Fourrey, Ce que prêchat le Curé d’Ars, 2009, S.30, übersetzt ih
°² ebenda S.30